Macht Nässe krank?

 

 

 

 

 

                      

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
 

      Machen nasse Kleidung, nasse Füße
                               und nasse Haare eigentlich krank?

  Waren Sie bis jetzt auch fest davon überzeugt, dass nasse Kleidung, nasse Füße und nasse
Haare krank machen? Die Vorstellung, dass Nässe der Gesundheit schade, wird noch immer
von Generation zu Generation weitergegeben, obwohl es keinerlei wissenschaftliche Beweise
dafür gibt.


«Erkältung kommt von Kälte» glaubten schon unsere Vorfahren: Wer mit kalten Füssen oder nassen
Haaren draußen rumläuft, der bekommt so gut wie sicher zumindest einen heftigen Schnupfen.
Bis jetzt konnte diese Behauptung aber mit keiner Studie untermauert werden.

Sicher, Schnupfen tritt vor allem im Winter auf. Das hat aber weniger mit kalten Füßen oder nassen
Haaren zu tun, sondern mit der Tatsache, dass wir uns vermehrt drinnen aufhalten und dass Krank-
heitskeime in ungelüfteten Räumen ideale Vermehrungs- und Verbreitungsbedingungen vorfinden.
Trockene Heizungsluft schwächt zusätzlich die Nasenschleimhaut, die ihren Dienst als Abwehrbastion
nicht mehr richtig ausüben und den Erregern den Zutritt zu unseren Atemwegen nicht mehr
verwehren kann. Aber selbst wenn Viren bis in die Atemwege vorgedrungen sind, ist der Kampf noch
nicht verloren. Solange unser Immunsystem gut im Schuss ist, wird es mit Leichtigkeit mit den
verschiedensten Krankheitskeimen fertig. Erst eine Schwächung der Immunabwehr führt zum
Ausbruch der Krankheit. Durch falsche oder mangelhafte Ernährung, wenig Sonnenbestrahlung,
mangelnde Bewegung in frischer Luft kann die körpereigene Abwehr so geschwächt werden,
dass die Erreger die Oberhand gewinnen. Das erklärt auch, warum einige Menschen immer wieder
an Schnupfen oder Grippe erkranken, während andere gesund bleiben, obwohl alle den Viren in
gleichem Maße ausgesetzt sind.


Kinder sind besonders anfällig
Bei Kindern ist die Immunabwehr erst im Aufbau begriffen. Deshalb reagieren sie empfindlicher als
Erwachsene auf eindringende Keime. Ohne Impfschutz haben Viren und Bakterien bei ihnen leichtes
Spiel: Sie schweben in der Luft (Tröpfcheninfektion) und setzen sich an den verschiedensten Stellen
(Telefonhörer, Treppengeländer, Bücher usw.) ab, wo sie ein paar Stunden überleben. Kommt man in
dieser Zeit mit den Erregern in Kontakt, besteht Infektionsgefahr.


Von den durch Viren ausgelösten Krankheiten ist der Schnupfen wahrscheinlich die häufigste und
gleichzeitig auch die harmloseste. Gegen Schnupfen gibt es wegen der großen Zahl verschiedener
Erreger (über 200) keinen wirksamen Impfschutz.


Quelle: Dr. med. Ursula Pfister TopPharm Magazin